Worin liegt der Unterschied zwischen organischem und mineralischem Aufbau bei WDVS?

„Und was ist eigentlich besser ?“, sollte die Frage eigentlich lauten, denn uns interessiert im Endeffekt nur, ob es sich denn eigentlich lohnt mehr für ein organisches System zu zahlen wie für ein mineralisches. Um dies zu entscheiden müssen wir zunächst einmal wissen, was es mit „organisch“ und „mineralisch“ auf sich hat und worin hier die Unterschiede liegen, um am Ende sachlich entscheiden zu können.

Wie dick ist das Portmonnaie ?

Diese Frage müssen Sie sich zualler erst Gefallen lassen, denn ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Systemen ist zunächst einmal der Preis. Ein mineralisches WDVS ist wesentlich günstiger als ein organisches. Beim Handwerker zahlen Sie gut und gerne bis zu 8-12 €/m² mehr. Im Baumarkt kann der Preisunterschied noch höher ausfallen. Das liegt ganz einfach daran, dass der Handwerker beim Verarbeiten mit einem organischen System viel weniger Aufwand hat. Der organische Putz wird verarbeitungsfertig angeliefert und muss nicht wie der mineralische Kontrahent erst mit Wasser mühselig angerührt werden. Da kommen wir schon zum zweiten Unterschied:

Organisch ist schneller zu verarbeiten

Organischer Putz wird verarbeitungsfertig in Eimern angeliefert und muss nur noch aufgetragen werden. Hier hat das organische System ganz klar die Nase vorn, denn der mineralische Putz ist Sackware. Soll heißen, Sie müssen den trockenen und staubigen Putz erst mit Wasser anrühren und die richtige Konsistenz einstellen. Das kann bei großen Wandflächen zu einem großen Nachteil werden, da man später bei ungleichmäßiger Verrührung die einzelnen Arbeitsschritte an der Fassade sehen kann. Nachfolgend ein Beispiel für ein organisches System:

httpv://www.youtube.com/watch?v=Qm8hOGpMe7A

„Mineralisch reißt schneller“

So wird der Handwerker zuerst antworten. Das ist in 99% die Standardantwort schlechthin. Probieren Sie es selbst aus, ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Aber es stimmt! Mineralischer Putz ist spröder, sodass er schneller reisst. Dies hat etwas mit seiner Zusammensetzung zu tun. Mineralischer Putz besteht aus Kalk-Zement. Und das ist nunmal rissempfindlich. Organischer Putz ist da wesentlich flexibler: Ihm wurden kleine Kunststoffanteile zugefügt, was in dehnbarer macht. Und das  heißt weniger Risse.

Weniger Rissempfindlichkeit bedeutet mehr Spielraum in der Gestaltung

Eben da ein organischer Putz weniger rissempfindlich ist, kann er so mehr strapaziert werden. So kann man zum Beispiel dunklere Farben (Stichwort: HBW) wählen, dünnere und edlere Putze nutzen. Bei starken Temperaturschwankungen nimmt er die Kräfte besser auf und wirkt so langanhaltender. Das bedeutet eine organische Fassade ist sehr viel länger haltbar.

Und wozu dann noch mineralisch wählen ?

Halt! Denn auch ein mineralisches System hat seine Vorteile. es ist natürlich, dadurch diffusionsoffener und durch seine saure Alkalität bietet er zudem einen natürlichen Schutz gegen Algen und Pilzen. Leider hält dieser naürliche Schutzschild nur maximal 3 Jahre, da er mit dem Regen auf Dauer einfach ausgewaschen wird.